Hass hilft

„Das gibt aber kein „Like“ vom Führer.“ – Motiv von hassHILFT.de

Tipp aus Newsletter 07/2017 vom 21.08.2017

Wie – Hass hilft? Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist eine richtig gute Aktion! Hasskommentare in sozialen Netzwerken werden in Spenden umgewandelt und an zwei gute Initiativen weitergeleitet: Exit Deutschland unterstützt Menschen beim Ausstieg aus der rechten Szene und die Aktion Deutschland hilft, ein Bündnis von 23 bekannten Hilfsorganisationen, setzt sich weltweit für Menschen in Not ein.

Und so funktionieren die unfreiwilligen Spenden: Entdeckt „Hass hilft“ oder eine Partnerorganisation (zum Beispiel der FC St. Pauli) einen Hasskommentar auf Facebook, merken sie mit einem humorvollen Hinweis an, dass gerade unfreiwillig 1 Euro gespendet wurde. Ihre Antworten enthalten jeweils Hashtags, über die die Hasskommentare ermittelt und die Spendensumme gezählt werden kann.

Wie kannst du die Initiative unterstützen? Entweder durch eine Spende oder indem du Hasskommentare an „Hass hilft“ meldest. Das kannst du ganz unkompliziert via Facebook-Nachricht machen. Wie? Das wird hier in wenigen Schritten erklärt.

Neben dem humorvollen Ansatz der Initiative gefällt uns vor allem, dass jede*r dazu beitragen kann, dem Hass im Netz etwas entgegenzusetzen – auch oder vor allem wenn man* nicht in direkte Kommunikation mit den Verfasser*innen treten möchte. Bisher kamen über 55.000 Euro an Spenden zusammen, Wahnsinn!

Die Initiator*innen stecken übrigens auch hinter den 2014 im bayerischen Wunsidel gestarteten Spendenmärschen: Bei rechtsradikalen Demonstrationen wird – getreu dem Motto „unfreiwillig spenden“ – für jeden zurückgelegten Meter der Marschierenden Geld für gute Zwecke gespendet. Der TEDx Talk von Fabian Wichmann gibt weitere Einblicke.

MEHR ÜBER „HASS HILFT“

 

Bildquelle: © hasshilft.de

Für Facebook ohne Hass und Hetze

Titelbild Facebookgruppe #ichbinhier

Tipp aus Newsletter 04/2017 vom 15.06.2017

„Don’t read the comments“ (Lies nicht die Kommentare) lautet eine alte Regel im Internet, die nicht eben für eine gute Diskussionskultur steht. In den letzten Jahren hat sich diese noch einmal mehr verschlechtert. Zu Beschimpfungen und Falschmeldungen kommen immer häufiger Vergewaltigungs- und Morddrohungen. Inzwischen wissen wir, dass der Hass oft gezielt organisiert ist. Facebook und andere soziale Medien verweigern, sich des Problems ernsthaft anzunehmen. Deswegen wurde es Zeit, selbst aktiv zu werden.

Das dachte sich auch Hannes Ley aus Hamburg und hat, inspiriert von einer schwedischen Kampagne, die Initiative #ichbinhier ins Leben gerufen. Herz der Aktionsgruppe ist eine geschlossene Facebook-Gruppe mit inzwischen fast 35.000 Mitgliedern. In der Gruppe werden insbesondere solche Medienbeiträge geteilt, in denen die Kommentare aus dem Ruder laufen. Einige Gruppenmitglieder schalten sich dann mit sachlichen Argumenten in die Diskussion ein und markieren diese jeweils mit #ichbinhier, andere „liken“ diese Argumente, um sie sichtbarer zu machen. „Wir zielen auf die vielen stillen Mitleser ab, die Unentschlossenen“, sagt Ley im Spiegel. „Der Hass ist im Netz so allgegenwärtig geworden, dass manche denken, es ist normal, so etwas zu schreiben.“

Wenn ihr bei #ichbinhier mitmachen wollt, könnt ihr die Mitgliedschaft einfach in der Aktionsgruppe auf Facebook beantragen. Genauere Informationen findest du auf der Infoseite. Wer die Aktion gut findet, kann für #ichbinhier beim Grimme Online Award abstimmen und wer Programmier-Fähigkeiten besitzt, kann der Initiative auch bei ein paar technischen Herausforderungen unter die Arme greifen.

ZUR #ICHBINHIER GRUPPE

 

Bildquelle: © Facebookgruppe #ichbinhier